geschichte Taekwondo
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- Geschrieben von Jens Krause
Die frühesten Aufzeichnungen über die Anwendung von Kampfkünsten in Korea gehen bis circa 50 Jahre vor
Beginn der chistlichen Zeitrechnung zurück. Diese frühe Form der Koreanischen Kampfkunst war seinerzeit als "Taek Kyon" bekannt. Damals war die Koreanische Halbinsel in drei Königreiche unterteilt:
- Koguryo (37 B.C. - 668 A.D.)
- Paekje (18 B.C. - 600 A.D.)
- Silla (57 B.C. - 936 A.D.)
Diese Königreiche lagen miteinander im Krieg und kämpften regelmässig um den engen Lebensraum auf der Halbinsel. Silla, das kleinste der drei Königreiche konnte bald nicht mehr den Angriffen der beiden anderen Stand halten und wagte einen ungewöhnlichen Schritt, der zu einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte Koreas werden sollte: Der 24. König von Silla, Chin Heung, liess eine Gruppe von Kämpfern bilden, den sogenannten HwaRang. (Hwa bedeutet Blume, Rang junger Mann, frei übersetzt bedeutet das ungefähr so etwas wie blühende Jugend). Die HwaRang wurden im Umgang mit Waffen wie dem Schwert, dem Speer sowie Pfeil und Bogen ausgebildet. Sie widmeten ihr Leben diesen Selbstverteidigungskünsten in der Hoffnung damit einmal Silla beschützen zu können. Darüber hinaus lernten sie auch eine Kunst der unbewaffneten Selbstverteidigung die Soo Bak Do genannt wurde. Dies war eine primitive Art des Fußkampfs mit wenigen Handtechniken. Die HwaRang fügten dieser Kampfkunst nach und nach eigene Techniken hinzu, um sie effektiver zu machen. Soo Bak Do wurden so erweitert, dass es gemeinsam mit den Waffen der HwaRang angewendet werden konnte, so dass die HwaRang sich besser gegen ihre Feinde verteidigen konnten. Chin Heung brauchte aber mehr als bloss einen verstreuten Haufen von Elite-Kämpfern, um sein Königreich gegen die Gefahren von Aussen zu schützen. Er brauchte etwas, das die HwaRang vereinen würde und sie im Geiste miteinander verbindet. So bat er den Buddhistischen Mönch und Gelehrten Won Kang die Körperliche und Geistige Ausbildung der HwaRang zu übernehmen. Won Kang folgte dem Geheiß seines Königs und bildete die HwaRang nicht nur zu exzellenten Kämpfern aus, sondern er entwickelte auch einen Ehrenkodex, dem alle HwaRang Kämpfer folgen mussten. Dieser Ehrenkodex bestand im Wesentlichen aus folgenden fünf Regeln:
- Sei Deinem König treu ergeben
- Gehorche Deinen Eltern
- Ehre und vertraue Deinen Freunden
- Sie ausdauernd im Kampf
- Nimm niemals ein Leben ohne Grund
Vereint durch diesen Ehrenkodex und ausgestattet mit ihren einzigartigen Selbstverteidigungsfähigkeiten wurden die HwaRang bald als die HwaRangDo bekannt ("der Weg der blühenden Jugend"). Schon bald waren sie im ganzen Königreich berühmt für ihre Tapferkeit und ihre Kampfkünste. Die beiden anderen Königreiche hatten den HwaRangDo nur wenig entgegen zu setzen und so hatte Silla bald die wesentlich grösseren Königreiche Paekje und Koguryo besiegt und zu einem einzigen Königreich namens Koryo vereint.
Die Koryo Dynastie
Während über 450 Jahre dauernden Koryo Dynastie (918 bis 1392) entwickelte sich Soo Bak Do vom Militärischen Trainingsdrill zum Volkssport. Auch andere Kampfkünste gewannen an Popularität im Volk, insbesondere das sogenannte Tae Kyon. In vielen Dörfern wurden regelmässig Wettkämpfe zwischen Soo Bak Do und Tae Kyon Kämpfern veranstaltet, in denen dem Gewinner hohe Amtsposten und Trainingsaufträge für das Militär winkten. So wurden die Kampfkünste im ganzen Land beliebt.
Die Yi-Dynastie
In der darauf folgenden Yi-Dynastie (1392 bis 1910) liess König Taejo, der Gründer der Yi-Dynastie, den Buddhismus als Staatsreligion durch den Konfuzianismus ersetzten und öffnete das Land so dem Einfluss des Chinesischen Reichs. Das Erlernen und Praktizieren von Kampfkünsten wurde für das Volk verboten und durfte nur noch von Angehörigen des Militärs praktiziert werden. Die HwaRangDo verloren nach und nach ihren Einfluss und verschwanden letzen Endes ganz. Einen wichtigen Beitrag für den Kampfsport leistete jedoch der König Jong Jo, als er anordnete, dass eine Anleitung über die Selbstverteidigungstechniken des Tae Kyon und Soo Bak Do für das Militär geschrieben werden sollte. Diese Anleitung wurde von Lee Duk Mu geschrieben und enthielt detaillierte Instruktionen über den unbewaffneten Kampf, so dass dieses Wissen über die Jahrhunderte erhalten blieb.
Die Japanische Besatzung
Die Yi-Dynastie endete mit der Japanischen Besatzung am 2. August 1910. Während der Japanischen Besatzungszeit wurde die Ausübung jeglicher Kampfsportarten verboten. Doch die Anhänger von Soo Bak Do praktizierten ihren Sport heimlich weiter. Durch ein Friedensabkommen zwischen Japan und Korea wurde das Ausüben von Kampfsportarten wieder erlaubt und die Japanischen Kampfsportarten Kendo, Judo, Aikido und Karate hielten in Korea Einzug. Am 15. August 1945 wurde Korea von der Japanischen Herrschaft durch Sowjetische Truppen befreit.
Modernes Taekwondo
Nach der Befreiung von den Japanischen Besatzern entwickelten sich fünf grosse Kampfsportschulen in Korea, die sogenannten Kwans: Mooduk Kwan, Jido Kwan, Changmu Kwan, Chungdo Kwan und Songmu Kwan. Die Kampfsportarten, die in diesen Schulen gelehrt wurden setzten sich aus Techniken der verschiedensten Stile (KongSooDo, Tae Kyon, SooBakDo, TangSooDo, KwonPup, ...) zusammen. 1955 setzte sich ein Gremium aus Lehrmeistern, Historikern und prominenten Mitgliedern der Gesellschaft zusammen, um die unterschiedlichen Schulen zu koordinieren und sie zu einer vereinten Kampfsportart zusammen zu fassen. Im April 1955 wurde der neue Name dieser vereinigten Kampfsportart bekannt gegeben, sie sollte künftig Taekwondo heissen. 1962 erkannte die Koreanische Amateursport Liga die Koreanische Taekwondo Union, welche später als die Koreanische Teakwondo Association (KTA) bekannt wurde, offiziell an. Am 28. Mai 1973 wurde die World Taekwondo Federation
offiziell im Kukkiwon (Hauptquartier) in Seoul von Dr. Un Yon Kim eingerichtet. Die WTF sorgt dafür, dass die Wurzeln des Taekwono erhalten bleiben und weiter entwickelt werden. Sie überwacht Gürtel und Dan-Prüfungen, setzt die Prüfungsvoraussetzungen fest und fördert das Studium des Taekwondos in der ganzen Welt . Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach auch an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes gelehrt. Ein Graduierungssystem (Dan Gup Jedo) wird gegründet und Regeln für den Wettkampf erstellt und 1961 wird General Choi Hong Hi der erste Präsident der Korean Taekwondo Association (KTA). 1965 brach eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet. In der deutschen Delegation von Choi Hong Hi war übrigens auch Großmeister Jae-Hwa Kwon. 1965 fand die erste Taekwondo Demonstration koreanischer Großmeister in Deutschland statt. Seither ist diese koreanische Kampfsportart in Deutschland fest etabliert: Bereits 1968 gab es die erste deutsche Meisterschaft. Auch an der ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft 1973 nahm ein deutsches Team teil. Eine deutsche Damen-Mannschaft gibt es seit 1975. 1979 wurde die erste Weltmeisterschaft in Deutschland, in Sindelfingen, ausgetragen, damals wurde mit Rainer Müller auch der erste Deutsche Weltmeister. 1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet. Heute umfasst sie 16 Landesverbände bestehend aus 867 Vereinen und 59.908 Mitgliedern. Besonders stolz ist die DTU auf die Austragung der 16. Weltmeisterschaft Taekwondo, die vom 24. - 28. September 2003 in Garmisch-Partenkirchen stattfand. Drei deutsche Sportler schafften es dort in die Medaillenränge: Faissal Ebnoutalib gewann Silber, Thucuc Pham und Erdal Aclanc Bronze.
Qullen: Taekwondo Hosinsul Konstanz eV. und DTU



